Die Wahrheit: 3 Dinge, die im Job normal wirken, aber zeigen, dass Du im Funktionsmodus bist

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Immer erreichbar, im Urlaub erst mal krank, sofort Ja zum Extraprojekt? Drei Anzeichen, dass Du im Funktionsmodus bist, und wie Du Schritt für Schritt aussteigst. Vielleicht kennst Du diese 3 Dinge, Dich ich Dir hier mitgebracht habe aus Deinem Job-Alltag und hältst Sie wahrscheinlich, wie so viele andere für völlig normal.

Sonntag, 16 Uhr. Du sitzt mit Freundinnen im Café und schaust unter dem Tisch kurz in Teams. Nur zur Sicherheit. Niemand findet das komisch, Du am wenigsten. Genau das macht den Funktionsmodus so schwer zu erkennen: Er sieht aus wie ein ganz normaler Job.

Warum Du den Funktionsmodus kaum bemerkst

Im Funktionsmodus erledigst Du alles. Projekte laufen, Deadlines halten, im Mitarbeitergespräch steht „sehr verlässlich“.

Von außen sieht niemand etwas. Deine Kolleg:innen arbeiten genauso, also hältst Du es für normal. Auf „Wie geht’s?“ antwortet im Büro kaum jemand mit „erschöpft“. Die Standardantwort heißt: „Ist gerade viel.“

Was Dein Nervensystem damit zu tun hat

Funktionieren heißt: Dein Körper ist im Daueralarm-Zustand. Er stellt alles auf Liefern ein. Pausen, Hunger, Müdigkeit rutschen nach hinten. Nur ist dieser Zustand, er wird auch „Überlebensmodus“ genannt, nie dafür gedacht gewesen, Ihn 40+ Stunden wöchentlich zu leben, sondern als kurze Stressphase, um Dein Überleben zu sichern.

Schlau von der Natur eingerichtet, denn er ermöglicht uns drei Zustände abzurufen:
1) schnell zu fliehen (ich verlasse kurz den Raum, ziehe mich zurück),

2) zu kämpfen (ich power jetzt durch) oder in die

3) Erstarrung zu gehen. (Du willst bei Deinen Chef schon länger etwas ansprechen aber dann kommt kein Wort über Deine Lippen).

Ich habe häufig super erfolgreiche, selbstbewusste Frauen vor mir sitzen, die im Kopf viel verstehen und alles sehr gut widergeben können, was gerade los ist, aber Sie spüren sich kaum. Sie können nur schwer sagen, was Sie wirklich brauchen. Weil das „Funktionieren“ so normal ist. Teilweise ist es ein Zustand im Nervensystem der alt bekannt ist oder wird durch jahrelange Praxis im Nervensystem verankert. Wir gewöhnen uns an Leistungsdruck und immer durchhalten und stark sein und hinterfragen es nicht mehr. Bis wir irgendwann die Erschöpfung spüren, merken, dass es so wie es jetzt läuft nicht weitergehen kann. Der Schlaf leidet, die Gesundheit mit und die Beziehungen ob in Partnerschaft oder zu unseren Kindern leidet immer mehr.

Deshalb wirken die folgenden 3 Dinge so harmlos.

1. Du bist immer erreichbar

Dein Handy liegt beim Abendessen neben dem Teller. In der Abwesenheitsnotiz steht Deine Handynummer, „in dringenden Fällen“. Im Urlaub schaust Du morgens als Erstes in die Mails, damit Du später entspannt bist.

Dahinter steckt ein Satz, den Dein Körper gelernt hat: Wenn ich nicht erreichbar bin, passiert etwas Schlimmes. Meist passiert nichts. Dein Nervensystem bleibt trotzdem auf Empfang.

2. Im Urlaub wirst Du erst mal krank

Tag zwei am Meer. Der Hals kratzt, der Kopf brummt, und Du verbringst die halbe Woche im Hotelzimmer.

Viele Klientinnen erzählen mir genau das, oft mit einem Lachen: „Typisch, oder?“ Ich deute das nicht medizinisch. Ich beobachte aber immer wieder, dass der Körper genau dann nachgibt, wenn der Druck wegfällt. Als hätte er die ganze Zeit nur durchgehalten.

3. Du sagst Ja, bevor die Frage zu Ende ist

„Kannst Du das noch …“ „Klar.“

Dein Kalender ist bis Donnerstag voll. Trotzdem übernimmst Du das Extraprojekt, die Vertretung, die Folien für den Abteilungsleiter. Ein Nein fühlt sich an wie ein Risiko. Wer gebraucht wird, ist sicher. Diese Regel steht in keinem Arbeitsvertrag, und doch befolgst Du sie jeden Tag.

Ich höre Dich schon sagen: Hä? Das macht doch jede! Jein. Genau deshalb fällt es nicht auf.

Zwei Antworten auf dieselbe Frage

Freitag, 15:50 Uhr. Dein Chef schreibt: „Kannst Du die Board-Folien bis Montag noch anpassen?“

Die erste Antwort kommt nach zehn Sekunden: „Klar, mache ich.“ Am Sonntagnachmittag sitzt Du am Laptop, und Dein Kopf ist schon seit Freitag im Büro.

Die zweite Antwort: „Ich schaue es mir gerne am Montag an und sage Dir bis 9, ob es bis Mittag klappt.“

In beiden Fällen liegen die Folien am Montag um 12 Uhr auf seinem Tisch. Der Unterschied ist ein freier Sonntag.

Ich kenne die erste Antwort aus 17 Jahren Konzern sehr gut. Lange dachte ich, das sei Engagement.

Wie Du aus dem Funktionsmodus aussteigst und diese 3 Dinge, nicht mehr passieren, Schritt für Schritt

Eine Stunde am Tag ohne Handy. Fang mit der Mittagspause an. Das Handy bleibt am Schreibtisch, Du gehst eine Runde um den Block. Beobachte, wie oft Deine Hand in die leere Tasche greift.

Ein Atemzug vor dem Ja. Wenn jemand fragt, ob Du noch etwas übernehmen kannst, atme einmal lang aus. Leg Dir einen Satz zurecht, den Du sagen kannst: „Ich schaue in meinen Kalender und melde mich bis 14 Uhr.“

Eine Abwesenheitsnotiz ohne Handynummer. Nenn Deine Vertretung. Plane die ersten zwei Urlaubstage ohne Programm, damit Dein Körper landen darf.

Fragen für Dich

  • Welches der drei Dinge erkennst Du bei Dir?
  • Was würde passieren, wenn Du morgen eine Stunde nicht erreichbar wärst? Und was davon ist schon einmal passiert?
  • Wie fühlt sich Dein Körper an, wenn Du Dir einen kurzen Moment der Ruhe nimmst?

Fazit

Der Funktionsmodus versteckt sich in Gewohnheiten, die alle um Dich herum auch haben. Wenn Du sie erkennst, kannst Du sie Schritt für Schritt verändern, in Deinem Tempo.

In meinem kostenlosen Career Restart Guide findest Du sechs Schritte raus aus dem Funktionieren.

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Fünf Tage raus aus dem Funktionsmodus

Vom 29. November bis 4. Dezember 2026 bin ich auf Norderney. Der Bildungsurlaub heißt „Raus aus dem Funktionsmodus“, und darum geht es auch. Fünf Tage Nordseeluft, Übungen am Meer und Zeit, Deine eigenen Alarmsignale kennenzulernen. Du nimmst Übungen mit, die Du am Montag danach im Büro anwenden kannst. Zum Beispiel den Atemzug vor dem nächsten Ja.

Als Bildungsurlaub stellt Dein Arbeitgeber Dich in vielen Bundesländern dafür frei. Dein Jahresurlaub bleibt also für Dich.

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Häufige Fragen

Was ist der Funktionsmodus?
So nenne ich den Zustand, in dem Du im Job alles erledigst und Dich innerlich leer fühlst. Dein Körper ist dabei dauerhaft in Bereitschaft.

Woran merke ich, dass ich im Funktionsmodus bin?
Typische Anzeichen sind ständige Erreichbarkeit, ein schnelles Ja zu jeder Zusatzaufgabe und das Gefühl, dass sich auch freie Tage nicht mehr erholsam anfühlen. Ständiges Gedankenkreisen, schlechter Schlaf, Du fühlst Dich müde nachdem Wochenende obwohl Du erholt sein solltest, Du hast Bauchweh, Nackenschmerzen, vielleicht Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, all das sind Anzeichen für Überlastung. Unser Körper spricht sehr deutlich mit uns, nur häufig überhören wir es, weil wir glauben weitermachen zu müssen.

Muss ich dafür den Job wechseln?
Nicht unbedingt. Wenn Dein Körper den Daueralarm gelernt hat, nimmst Du ihn in jeden neuen Job mit. Deshalb ist es wichtig, zuerst den Zugang zum eigenen Körper wieder zu erlangen und dann aus einer inneren Ruhe & Sicherheit heraus zu entscheiden, was für Dich und Deine Situation am passendsten ist. Ich halte nichts von Schnellschüssen, dann bist Du in spätestens 3 Monaten wieder am selben Punkt wie jetzt.

Ist der Funktionsmodus dasselbe wie ein Burnout?
Ich stelle keine Diagnosen. Wenn Du seit Wochen schlecht schläfst, körperliche Beschwerden hast oder kaum noch durch den Tag kommst, sprich bitte zuerst mit Deiner Ärztin oder einer Therapeutin.